Räuberbahn in Oberschwaben: Erfolgreiche Saison geht zu Ende

Auf die erfolgreichste Saison seit ihrer Reaktivierung blickt die kommunal betriebene Räuber­bahn (Aulendorf –) Altshausen – Pfullendorf zurück. Zwischen 1. Mai und Mitte Oktober waren jeden Sonn- und Feiertag viele Ausflügler mit dem Zug auf der Strecke unterwegs. Mit über 5.000 Fahr­gästen wurde eine Rekordzahl erreicht, ein Plus von 45 % gegenüber dem Vorjahr. Über 500 transportierte Fahrräder zeigen das Interesse, die oberschwäbische Region, die aufgrund ihrer räuberischen Vergangenheit oft auch Räuber­land genannt wird, zu Fuß oder dem Fahrrad zu erkunden.

„Das integrierte Infrastruktur-, Marketing- und Verkehrs­konzept mit touristischen Begleit­programmen hat also voll gezündet“, freut sich Eisenbahnbetriebsleiter und Berater Frank v. Meißner: „Mit Eselwanderungen oder Stadt­führungen schaffen wir Reiseanlässe, mit Räubern an Bord oder historischen Schienen­fahrzeugen bieten wir Reiseerlebnisse im Zug, und in Zeitungen, Amtsblättern und den sozialen Medien ist die Räuberbahn so präsent wie nie“. Sehr gut angenommen werde aber auch der 2019 neu geschaffene Bahnhaltepunkt Hoßkirch Königseggsee.

„Auch so kann man im kleinen eine Verkehrs­wende erzeugen. Nun gilt es, diese Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben: Die erfreulich steigenden Fahrgastzahlen legen es nahe, auf der Räuberbahn Überlegungen zur Ausweitung der Kapazitäten anzustellen“, so von Meißner.

Bernd Hasenfratz, Prokurist des Verkehrsverbunds bodo ergänzt: „Die enge Ko­operation aus Bahnbetreiber, Verkehrs­verbund bodo, Touristikorgani­sation und Gemeinden zahlt sich aus. Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe plant bereits zahlreiche Maßnahmen für die Saison 2020: Dann wird auch Räuber Max Elsässer wird dabei sein, es sollen aber auch neue Angebote wie ein Familientag am Seebad Königseggsee aufgelegt werden.“

Eine letzte Sonderfahrt ist in diesem Jahr noch geplant: am Samstag, 7. Dezember fährt ein „Weihnachtsmarktzug“ direkt von Friedrichshafen über Ravensburg und Aulendorf nach Ostrach und Pfullendorf ohne Umsteigen. Abends geht es auf dem gleichen Weg wieder zurück.

Die Räuberbahn bedankt sich bei allen Unterstützern und Fahrgästen und freut sich, nächstes Jahr wieder viele Fahrgäste zu bewegen.

 

Zum Hintergrund zur Bahn:

Die Räuberbahn-Strecke, die Pfullendorf, Ostrach und Altshausen verbindet, war 2004 von der DB stillgelegt worden.  2009 reaktivierten die drei Anliegerkommunen Pfullendorf, Ostrach und Altshausen diese 27 km lange Bahnstrecke und betreiben sie seither als kommunales Eisenbahninfrastruktur-Unternehmen. Seit 2011 fahren hier die saisonalen Freizeitzüge, die sich inzwischen zu einer festen Größe im Freizeitbereich entwickelt haben und gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Bodensee-Oberschwaben (bodo) unter dem Namen Räuberbahn vermarktet werden.

Im März 2019 wurde die Räuberbahn für ihr innovatives Konzept zur Belebung des Ausflugsverkehrs mit dem ÖPNV-Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Auch Güterzüge rollen auf der Strecke von und zu den Ladebahnhöfen Altshausen, Ostrach und Burgweiler inzwischen sehr regelmäßig: vor allem Holz, aber auch u.a. Kunstdünger. So leistet die Räuberbahn auch einen Beitrag zur Entlastung der Straßen und für klimafreundlichen Güterverkehr. Der Frachtverkehr soll weiter intensiviert werden: So arbeitet man an der Reaktivierung des ehemaligen Containerterminals in Pfullendorf.

Aktuelle Infos gibt es hier und auf den Facebook– und Instagram-Seiten unter dem Account raeuberbahn.


12. November 2019

Auf Entdeckungsreise durch Oberschwaben

Seitenblicke aus der Moorbahn und Räuberbahn