Spatenstich zum Neubau des Bahnsteigs in Hoßkirch

Mit einem symbolischen Spatenstich am Dienstag, 30 April, begannen in Hoßkirch die Bauarbeiten am neuen Bahnhaltepunkt Hoßkirch Königseggsee.

„Wer hätte das gedacht, dass Hoßkirch wieder an die Bahn angeschlossen wird? Das wird nun Wirklichkeit! Mit dem neuen Bahnhaltepunkt wird den Ausflüglern endlich eine direkte Anreisemöglichkeit nicht nur zum beliebten Seebad des Königsegg-Sees geboten, sondern auch zum Pfrunger Ried oder zum Schloss Königseggwald,“ freut sich Hoßkirchs Bürgermeister Roland Haug. „Aber nicht zuletzt auch unsere heimische Bevölkerung profitiert vom Bahnhalt, ergeben sich doch damit sonn- und feiertags direkte Fahrtmöglichkeiten sowohl ins Mittelzentrum Pfullendorf, als auch zum Bahnknoten Aulendorf mit weiteren Anschlüssen nach Ulm, ins Allgäu und zum Bodensee. Da kommt große Freude auf.“, so der Rathauschef weiter, mit einem aufrichtigen Dank an alle Mitstreiterinnen und Mitstreiter gesprochen.

Konkret umfasst das Infrastrukturprojekt an der kommunalen „Räuberbahn“-Strecke Altshausen – Pfullendorf den Neubau eines 50 m langen Bahnsteiges, die Errichtung einer kombinierten Informations- und Wartestele mit Sitzbank und Wetterschutz sowie die Einrichtung eines bahnhistorischen Infopfades zwischen Bahnhaltepunkt und Ortsmitte von Hoßkirch.

„Seit 2013 liefen verschiedene Bemühungen, in der Nähe des Strandbads Königseggsee einen solchen Bahnhaltpunkt einzurichten, letztlich scheiterte es aber immer wieder an der Finanzierung der rund 60.000 € Baukosten,“ so der Eisenbahnbetriebsleiter und Planer der Regionalen Bahn, Frank von Meißner. „Mit einem erfolgreichen Antrag auf Förderzuschüsse aus dem LEADER-Programm der EU sowie dank eines Sonderzuschusses der Landkreises Ravensburg kann dieser Neubau nun endlich angegangen werden,“ so von Meißner.

Die feierliche Eröffnung des neuen Haltepunktes, der wegen seiner Nähe zum Seebad dann ‚Hoßkirch Königseggsee‘ heißen soll, ist im Laufe dieses Sommers geplant.

„Damit wird unser auf Unterhaltung, Landschafts- und Naturerlebnis sowie Familienfreundlichkeit ausgelegtes Zugangebot noch attraktiver“, so Eisenbahnbetriebsleiter von Meißner. Seit 1. Mai fahren wieder die beliebten roten Ausflugszüge zwischen Aulendorf und Pfullendorf immer an Sonn- und Feiertagen. Zahlreiche Veranstaltungen rund um die Bahn machen die Fahrt zum Erlebnis. So fährt z.B. regelmäßig ein Räuber mit, um die Fahrgäste mit Geschichten aus der Vergangenheit zu unterhalten. Im Juni und August werden geführte Eseltouren ab der Räuberbahn-Station Burgweiler angeboten; Infos hierzu und Ausflugstipps gibt es unter www.raeuberbahn.de.  Freundliche Zugbegleiter, kostenlose Fahrradmitnahme und ein Imbiss im Zug runden das Zugangebot der Gemeinden und Verkehrsverbund Bodensee-Oberschwaben bodo ab.

 

Zum Hintergrund zur Bahn:

Die Räuberbahn-Strecke, die Pfullendorf, Ostrach und Altshausen verbindet, war 2004 von der DB stillgelegt worden. Die drei Anliegerkommunen pachteten diese 27 km lange Bahnstrecke zuerst von der DB, um sie dann 2009 für den Zugverkehr zu reaktivieren. Seit 2011 fahren hier zwischen Mai und Oktober die Freizeitzüge, die sich inzwischen zu einer festen Größe im Freizeitbereich entwickelt haben und gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Bodensee-Oberschwaben bodo unter dem Namen Räuberbahn vermarktet werden.

Dass drei Anliegerkommunen eine Eisenbahnstrecke betreiben, ist landes- bzw. deutschlandweit nahezu einmalig. Dahinter steckt das Ziel, diese Strecken für die Zukunft zu erhalten und weiterzuentwickeln, um damit einerseits einen wichtigen Standortfaktor für die Wirtschaft zu erhalten, um aber auch andererseits den Tourismus zu stärken.

Im März 2019 wurde die Räuberbahn für ihr innovatives Konzept zur Belebung des Ausflugsverkehrs mit dem ÖPNV-Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

15 Jahre nach der Einstellung des Güterregelverkehrs zwischen Altshausen und Pfullendorf rollten auf der Strecke im Frühjahr 2017 erstmals auch wieder Güterzüge. Inzwischen rollt der Güterverkehr regelmäßig.


2. Mai 2019